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Von der PKV zurück in die GKV

Der Weg aus der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist oft steinig und manchmal unmöglich.

Denn Privatversicherte (oder auch Nichtversicherte), die bereits 55 Jahre und älter sind, können im Regelfall nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren. Selbst wenn sie beispielsweise eine Beschäftigung finden oder aufnehmen, bei der sie Einkünfte unterhalb der Versicherungspflichtgrenze erzielen. Danach bleibt nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungsfrei, wer zwar eigentlich versicherungspflichtig wird, jedoch in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert war (§ 6 Abs. 3a SGB V).

Eine legale Chance ist der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) per Entgeltumwandlung. Der Arbeitnehmer darf noch nicht das 55. Lebensjahr vollendet haben und das Entgelt muss unter die JAEG absinken.

Altersunabhängig, ist die beitragsfreie Mitversicherung über eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft mit einem Mitglied der GKV, wenn deren Gesamteinkommen nicht mehr als 415 € (1/7 der monatlichen Bezugsgröße) beträgt.

Schwerbehinderte haben in den ersten drei Monaten, nachdem die Schwerbehinderteneigenschaft festgestellt wird, ein Rückkehrrecht in die GKV. Allerdings könne die gesetzlichen Krankenkassen für solche Fälle ein Höchsteintrittsalter in ihrer Satzung festlegen.

Auslandsreisen

Ob Kletterunfall oder Fischvergiftung: Um bei Krankheiten oder Unfällen im Ausland nicht auf hohen Kosten sitzen zu bleiben, braucht man eine Auslandsreise-Kranken-versicherung.Die gesetzlichen Kassen zahlen gerade bei Fernreisen in teure Länder wie die USA häufig gar nichts. Innerhalb der EU gibt es zwar Abkommen - der von zu Hause gewohnte Behandlungsstandard wird aber nicht immer gewährleistet.

Wer vereisen will, sollte daher auf jeden Fall eine spezielle Police abschließen.


Befreiung von der KV-Pflicht

Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB V wirkt auf das jeweilige Versicherungspflichtverhältnis, das zur Befreiung geführt hat. Die von der Versicherungspflicht befreiten Personen werden für die Dauer der Befreiung auch dann nicht versicherungspflichtig, wenn auf Grund einer anderen Rechtsvorschrift Versicherungspflicht eintreten würde (z.B. als Student oder Rentner). Die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht entfaltet nach der geltenden Rechtssprechung keine Regelungswirkung für eine im Anschluss an das Ende der Beschäftigung eintretenden Versicherungspflicht wegen eines anderen Tatbestands (z.B. Arbeitslosengeldbezug).


Arme Männer werden früher dement

Männer mit niedrigem Bildungsniveau und unterdurchschnittlichem Einkommen erkranken im Schnitt sechs Jahre früher an Demenz als solche mit hohem sozioökonomischem Status. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg, die der „Welt“ vorab vorliegt.


Jeder zweite Beschäftigte muss mit Armutsrente rechnen

Jeder zweite Beschaftigte kann nach einem Zeitungsbericht im Alter nur mit einer gesetzlichen Rente auf Grundsicherungsniveau rechnen. Das geht aus einer aktuellen Datenübersicht der Bundesregierung und des Statistischen Bundesamtes hervor.


Zusatzbeiträge 2017


Rund jede vierte Krankenkasse hat zum Jahreswechsel ihren Versicherungsbei­trag erhöht. 27 von 113 seien teurer geworden, berichtete die Welt heute unter Berufung auf eine eigene Auswertung auf Grundlage einer vom GKV-Spitzenverband veröffent­lich­ten Beitragsliste. Erstmals verlangen demnach nun alle Kassen einen Zusatzbeitrag.


Sozialdemokraten ändern Pläne zur Bürgerversicherung

Die SPD korrigiert ihr bisheriges Konzept zur Bürgerversicherung. Die Einfüh­rung in einem Schritt sei „unrealistisch“, heißt es in einem neuen Positionspapier der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Kon­zept haben SPD-Politiker, Gesundheits­experten aus Gewerkschaften, Kranken­kassen und Wissenschaft erarbeitet.

Dem Papier zufolge ist es zunächst das Ziel, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die PKV weitgehend anzugleichen und die Wahlmöglichkeiten auszubauen. Das Kon­­zept sieht dabei vor, das Vergütungssystem der Ärzte zu vereinheitlichen. „Die un­ter­schiedlichen Vergütungsordnungen von GKV und PKV werden in eine einheitliche Vergü­tungsordnung überführt“, heißt es. Für die Mediziner soll es finanziell keinen Unterschied mehr machen, ob sie einen Privat- oder einen Kassenpatienten behandeln.

„Der Weg in die Bürgerversicherung muss pragmatisch und praxistauglich gestaltet wer­den“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mat­t­heis, die in der Expertengruppe mitgearbeitet hat, der Berliner Zeitung. Nur wenn klar sei, wie die Umsetzung der sozialdemokratischen Pläne funktionieren könne, werde die SPD bei der Bundestagswahl erfolgreich dafür werben können. Mattheis betonte, es sei unrealistisch, die Bürgerversicherung auf einen Schlag einführen zu wollen.

Die Arbeitsgruppe schlägt zudem mehrere Elemente vor, die schrittweise umgesetzt wer­den sollen. Die Experten fordern zum einen, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Bei­­trag für die Krankenversicherung wieder je zur Hälfte tragen. Derzeit ist der Anteil der Arbeitgeber bei 7,3 Prozent eingefroren, die Arbeitnehmer müssen alle Kostensteigerun­gen durch den Zusatzbeitrag allein bewältigen.

Zudem solle die Beitragsbemessungsgrenze angehoben werden und zwar auf das Nive­au der Rentenversicherung. Das würde gegenwärtig eine Erhöhung von 4.350 Euro auf 6.350 Euro bedeuten. Darüber hinaus sollen künftig auch auf Mieteinnahmen oder Kapi­taleinkünfte Kranken­kassen­beiträge gezahlt werden. Mit den Mehreinnahmen sollen die Beitragssätze ge­senkt und die Leistungen ausgebaut werden. Unter anderem wird vor­ge­­­­schlagen, Brillen wieder in den Leistungskatalog aufzunehmen oder die Zahlungen für den Zahn­ersatz zu erhöhen.